Warum Remote Work eine neue Form von Führung braucht

Neben Unsicherheiten rund um das „Remote Arbeiten“

tun sich vor allem Chancen für Veränderung auf 

Corona hat uns allen gezeigt, dass sich auch in einer komplexen Welt alles von heute auf morgen ändern kann. Der Digitalisierungsbeschleuniger Pandemie zwingt und beflügelt Unternehmen zugleich, Arbeitsmodelle vom Typ Remote Work viel weiter zu denken. Neben der Entwicklung neuer Geschäftsmodelle, halte ich daher zwei Aspekt für besonders wichtig:

  1. wie man ortsunabhängiges Arbeiten ermöglicht und organisiert
  2. was es bei der Führung virtueller Teams zu berücksichtigen gilt (kkr)

Katrin Kremer, Gründerin von Content moves, an ihrem heimischen Arbeitsplatz.

Die meisten Unternehmen stecken mitten im Wandel von der alten Präsenzkultur hin zur dezentral organisierten Arbeit. Eine geeignete Infrastruktur - Software und Tools - sind die eine, die Befähigung zur Selbstverantwortung dagegen die deutlich wichtigere Komponente. Dies hat viele Beteiligte in den zurückliegenden zwei Jahren vor immense Herausforderungen gestellt. Auch, weil Home Office bis dato oft nicht zweckdienlich erschien. Ausnahmeregelungen ziehen sich nun flächendeckend durch alle Branchen. 

Der produktivste Arbeitsplatz ist der selbst gewählte

Als wir vor einigen Jahren Content moves gründeten, haben wir uns bewusst dafür entschieden, eine ”Remote First Company” zu werden. Die Ausnahmeregelung ist für uns Teil der Unternehmensorganisation geworden, folglich hatten wir keine wesentliche Umstellung unserer Arbeitsweise durch die Corona-Pandemie. Unsere Mitarbeiter arbeiten von Remote und haben zusätzlich die Möglichkeit, das Office im Düsseldorfer Süden zu nutzen. ”Remote” verstehe ich somit als “von überall aus Arbeiten”, was das Büro nicht ausschließt und über das Home Office hinausgeht. 

Warum wir das so halten?

Ohne Zweifel wirkt und arbeitet jeder dort am besten, wo er sich am wohlsten fühlt: Für den einen mag das am Strand sein, für den anderen in einem Café, im Garten oder im eben im Büro. Ich bin der festen Überzeugung, dass die besten Arbeitsergebnisse und die höchste Motivation durch eine Arbeitsumgebung entstehen, die für jeden anders aussieht, was bereits die Stanford University in den USA in einer groß angelegten Studie vor zwei Jahren herausgefunden hatte. Schließlich sind wir alle Individuen mit eigenen Vorlieben und dem Wunsch, uns zu verwirklichen.

Es zählt, was am Ende rauskommt

Letztlich kommt es auf die Arbeitsergebnisse an und nicht, ob unsere Mitarbeiter immer von 9 bis 17 Uhr im Büro sitzen. Gute Remote-Führung bedeutet, Mitarbeiter zu befähigen, ihre Arbeit auf ihre Weise mit den gemeinsam abgestimmten Zielen zu erledigen. Ein technisches Rahmenwerk ohne unnötige Prozesse und Beschränkungen, wie sie ihren Job zu erledigen haben, steht unterstützend zur Verfügung. Dabei vertrauen wir unseren Mitarbeitern bei Content moves voll und ganz, denn wir stellen schließlich Spezialisten für die einzelnen Positionen ein.

Aus einem Vortrag über Mitarbeiter-Motivation hat mich die folgende Aussage schon vor vielen Jahren in meiner Einstellung zu Remote Work und Mitarbeiterführung bekräftigt:

“Sie stellen Menschen ein, die in der Lage sind, ihr Privatleben selbst zu gestalten, eine Familie zu führen, ihre Steuern zu erledigen und ein Haus zu bauen. Und sobald sie ins Büro kommen, nehmen Sie Ihnen diese Selbstverantwortung weg und behandeln sie wie ungezogene Kinder.”

Der Remote First Ansatz ist zu unserer Unternehmenskultur geworden. Das entgegengebrachte Vertrauen wird von unseren Mitarbeitern sehr geschätzt und motiviert sie zu eigenverantwortlichem Handeln und sehr guten Leistungen.

Sicherheit ist für Remote Worker zwingend notwendig

Aufklärungs- und Handlungsbedarf liegen auch auf der staatlichen Seite, denn manche Rahmenbedingung liegt aktuell in einer nicht näher definierten Grauzone und wirkt daher wie aus der Zeit gefallen.

  • Beim Thema Arbeitsschutz wird es beispielsweise besonders kompliziert: Was genau ist zu Hause oder unterwegs ein Arbeitsunfall und was nicht? Der Weg zum Kühlschrank ist beispielsweise zu Hause nicht versichert, im Bürogebäude dagegen schon.
  • Wie steht es um die datenschutzkonforme Nutzung der großen Cloud-basierten Kollaborationsplattformen?

In einem sich verändernden Arbeitsumfeld hat der digitale Wandel weitreichende Folgen: flexible Konzepte und Rahmenbedingungen, welche die Anforderungen und Wünsche von Unternehmen und Arbeitnehmern gleichermaßen berücksichtigen, müssen definiert werden. Ebenso sind Vorgaben oder Unternehmens-Guidelines vonnöten.

  • Wie sieht es beispielsweise mit dem Datenschutz aus, wenn ein Mitarbeiter in einem Netzwerk arbeitet, das nicht durch die firmeneigene IT gesichert worden ist? Wie sieht es mit den Devices aus, die oft Privat- und Arbeitsgerät zugleich sind?
  • Wie sieht es hinsichtlich Personalentwicklung mit Weiterbildungsoffensiven und Qualifizierungsangeboten aus?
  • Eine Kommunikation- und Meeting-Kultur muss etabliert und gelebt werden. Führungskräfte stehen in der Verantwortung präsent und erreichbar zu sein, den Austausch zu fördern und regelmäßiges Feedback zu geben. 
Antworten auf viele offene Fragen versucht unter anderem der Bundesverband Digitale Wirtschaft (BVDW) e.V. zu erarbeiten, daher lohnt es sich, hin und wieder im Ressort Arbeitswelt der Zukunft vorbeizuschauen.

Remote Work braucht mehr Sichtbarkeit

Eine New-Work-Unternehmenskultur steht für deutlich mehr, als Mitarbeiter mit mobilen Endgeräten auszustatten. Rahmenbedingungen und Freiräume müssen gestaltet werden. Zudem geht es um ein digitales Mindset, Veränderungsbereitschaft, Transparenz und geteiltes Wissen, die Flexibilisierung des Faktors Zeit und um Work-Life-Balance. Das ”Wie” möchte ich auch mit meinem Engagement als Mitglied der Digital Excellence Group diskutieren, fördern und mit gestalten.

Remote Leadership ist ein weites Feld, das nicht nur jetzt einiges an Umdenken erfordert, sondern auch in Zukunft viele weitere Fragen aufwerfen wird.

Herzlichst, eure Katrin

Katrin Kremer, Gründerin und Geschäftsführerin von Content moves.

P. S.: Du bist neugierig geworden, wer wir sind und wie wir arbeiten? Du kannst Dir arbeiten in einer virtuellen Organisation vorstellen? Dann findest Du hier unsere aktuellen Stellenangebote. Wir freuen uns, Dich kennen zu lernen!

 

 

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